Herzlich Willkommen...

Losung und Lehrtext der Herrnhuter Brüdergemeine für
Montag, 3. August 2020:

Die vor Gott bescheiden sind, denen wird er vieles umsonst schenken.
Sprüche 3,34

Selbst haben, haben, haben. So nicht! Für Selbst-Ehre, für selbst-berühmt. So nicht! Bleibt bescheiden. Einer sehe den anderen höher als sich selbst.
Philipper 2,3


Liebe Gemeindeglieder,

momentan hat die Ausbreitung des Corona-Virus (Corvid19) weite Teile Europas erfasst. Täglich infizieren sich Menschen neu und erkranken daran. Noch immer gibt es keine Möglichkeit dies zu stoppen oder einzudämmen - außer durch Beschränken der Kontakte mit anderen. Das ist mit großen Einschnitten im Alltagsleben verbunden und verursacht Einsamkeit und Ängste. Niemand hat je mit einer solchen Situation gerechnet und ist darauf vorbereitet. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns weder der Panik ergeben noch der naiven Sorglosigkeit.

Doch was ist zu tun?

Zunächst sollten wir die Aufforderung in Psalm 55,23 beherzigen: "Wirf dein Anliegen auf den HERRN.“

Ja, der Glaube an Gott und das Gebet sind momentan die wichtigsten Stützen, die uns helfen können. Leider ist dies in der uns vertrauten Form im Gottesdienst, Andachten, Gebetskreisen und in den Gemeindeveranstaltungen so momentan nicht möglich. Aufgrund der Vorgaben der Landesregierung dürfen alle diese Treffen im öffentlichen Rahmen zur Einschränkung der Ansteckungsmöglichkeiten nicht mehr stattfinden.

Das ist sehr bitter, denn es ist seit den ersten christlichen Gemeinden so, dass gerade in der Gemeinschaft die Kraft Gottes am stärksten erfahren wurde. Doch wir sollten daran nicht verzweifeln. Gott wird uns in dieser Form des „Babylonischen Exils“, wie sie das Volk Israel nach der Eroberung durchlebte, beistehen und wieder zusammenführen. Viele aus Jerusalem und Juda wurde damals nach Babylon deportiert und konnten fern des Tempels auch nicht mehr in ihrer Form die Gottesdienste feiern. Doch es blieb ihnen die Sehnsucht und die Hoffnung, dass Gott diese Katastrophe wenden kann. So entstanden die häuslichen Versammlungen für das Gebet.

Auch wir sind dazu aufgerufen und sollten feste Formen finden, damit wir - wenn auch nicht örtlich – so doch im Gebet Gemeinschaft haben.

Vielleicht werden wir nach dieser Zeit die gottesdienstliche Gemeinschaft wieder ganz neu schätzen lernen und neu erkennen, wie wertvoll und wichtig sie ist.

Halten wir daran fest, so wie es im Psalm 50,15 heißt es: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“

Es ist unsere Hoffnung, dass Gott uns hört und eingreift. Er ist der Schöpfer und Herr der Welt, er kann alles wenden!

Letztlich macht der Virus uns auch neu deutlich, wie verletzlich wir Menschen doch trotz aller technischen Erfolge und Erfindungen sind. Wir merken, wie sehr wir uns doch selbst überschätzen, ja meinen „alles im Griff“ zu haben.

Viele meinen, Gott nicht mehr zu brauchen. Alles konzentriert sich auf die Wissenschaft, den Staat, das Gesundheitswesen, vielleicht auch auf den Wohlstand unseres Landes, weil man meint, Geld könne alles lösen.

So schnell kann es aber alles ganz anders kommen. Das ist uns wohl jetzt allen schmerzhaft bewusst geworden.

Natürlich - die Welt war ja schon vor dem Virus aus den Fugen geraten. Der Mensch hat sich vielfach über Gottes Gebot hinweg gesetzt. Das hat alles Folgen. Bereits in der Bibel wird davon berichtet, wie oft der Mensch sich damit selbst in der Vergangenheit ins Unheil gestürzt hat. Hochmut kam vor dem Fall.

Doch Gott hat die Menschen nie verloren gegeben. Er hält an ihnen fest und hat ihnen immer wieder einen Neuanfang geschenkt. Seine Liebe ist immer größer als unsere Irrwege und größer als die Katastrophe.

Deshalb ist es wichtig neu nach Gott zu fragen. Inmitten der momentanen Tragödie ist es notwendig, dass jeder das Beten als das Gespräch mit Gott auch als Hören auf IHN versteht:

Was ist wirklich wichtig in meinem Leben?

Was ist der Sinn meines Lebens?

Worauf hoffe ich?

Gott möchte uns in Jesus Christus begegnen und seine Liebe schenken. Unsere Zuwendung zu ihm kann aus unseren Ängsten befreien und neue Hoffnung schenken. Er hat nur ein Ziel: Uns zu retten!

Ich denke da an die Sturmstillung auf dem See Genezareth, wie sie uns im Markus-Evangelium Kap. 4,35-41 berichtet wird:

35 Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns ans andre Ufer fahren.

36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.

37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde.

38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?

39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.

40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

41 Und sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!

Wie die Jünger im Sturm haben auch heute viele Menschen Angst, dass die Ausbreitung des Corona-Virus immer bedrohlicher wird, ja, dass man selber vielleicht zu der Risikogruppe gehört, die extrem gefährdet ist. Der Panik auf dem Boot begegnet Jesus mit seinem Wort, dass dem Sturm Einhalt gebietet.

Das Vertrauen auf sein gutes Wort sollte für uns der Anker sein, an dem wir uns festhalten, wenn die Ereignisse um uns herum uns vor Angst schütteln lassen. Er kann eingreifen und er wird eingreifen!

Der Herr hat Geduld mit euch, denn er will nicht, dass irgendjemand ins Verderben geht, sondern dass alle Gelegenheit haben, zu ihm umzukehren. 2.Petr. 3,9b

Bitten wir Gott, dass er uns jetzt helfen und beistehen möge und dass es gelingt der Pandemie zu wehren! Stärke er uns den Glauben, dass wir darauf vertrauen, dass seine Liebe zu uns stärker ist als die Angst!

Möge es den Wissenschaftlern gelingen medizinische Mittel und Impfstoffe zu finden! Sei er bei den Ärzten und Krankenschwestern, die für die Erkrankten da sind!

Uns selber möchte ich auffordern zu Gott umzukehren, zum Gebet, zur Nächstenliebe und Verständnis füreinander. Jeder geht anders mit der Situation um und reagiert anders.

Seien wir da und finden neue Formen der Anteilnahme und Hilfe ! Lasst uns alle in den Familien, Freundschaften und Gemeinden Halt finden und uns von der Liebe Gottes getragen wissen!

Ihr Pfarrer Ferry Suárez

Auf Grund der Ausbreitung des Corona-Virus finden ab sofort keine Gottesdienste und keine anderen kirchlichen Veranstaltungen statt.

Die Pfarrämter und die Friedhofsverwaltung sind zu den Öffnungszeiten telefonisch erreichbar.